Naturfotografie im eigenen Garten

Das man für eindrucksvolle Tier- und Pflanzenaufnahmen nicht unbedingt ferne Länder bereisen muss, zeigt diese Story. Selbst im heimischen Garten, der natürlich nicht zu steril sein sollte, lassen sich mit etwas Geschick bereits die unglaublichsten Motive finden. Jetzt gibt es auch keine Ausreden mehr um seinem Hobby oder der Profession Naturfotografie nachzugehen. Zu weit weg, keine Zeit oder zu anstrengend, zählen da wohl kaum als Ausreden.

Wer einen eigenen Garten hat braucht nur ein paar Schritte vor die Tür zu gehen und findet bereits Natur pur. Je nach Jahreszeit lassen sich dort die unterschiedlichsten Tiere und Pflanzen ablichten. Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, legt seinen Garten womöglich so an, dass er optimal für die Naturfotografie ausgelegt ist.
Genau dies hat unser Autor getan. Verschiedene Bereiche, von Trockenrasen, Natursteinmauer, Totholz, Steinhaufen, Bienenwiese und unzählige Nistmöglichkeiten für Insekten und Vögel wurden auf nur 1.500 qm realisiert. Das dankt die Natur mit einer unglaublichen Artenvielfalt auf kleinstem Raum.

In diesem Jahr (2018) nisten 6 verschiedene Vogelarten auf dem Grundstück und unzählige Insektenarten haben ihre Brutkammern angelegt. Was aktuell noch fehlt ist ein Feuchtbiotop, welches aber für das nächste Jahr geplant ist.
Durch die Ganzjahresfütterung der Vögel, lassen sich viele verschiedene Arten imposant in Szene setzen. Von den Standardarten wie Sperling, Amsel, Buchfink und Meisen, nisten in diesem Jahr auch die Heckenbraunelle und ein Elsternpaar auf dem Grundstück. Zu den regelmäßigen Besuchern zählen auch Stieglitz, Dohle, Haubenmeise, Rabenkrähe, Habicht, Weidenlaubsänger und der Hausrotschwanz. Ein kleines Paradies, welches zum Leidwesen mancher Nachbarn bewusst nicht  regelmäßig gepflegt wird. Nur so ist solch eine Artenvielfalt überhaupt möglich. Im direkten Umfeld gibt es leider nur „Golfrasen“, Steinbeete und sonstige unsinnige Gartengestaltungen, welche für die heimische Tierwelt nicht besonders einladend ist. Dem Autor kommt sein kleines, unordentliches Paradies oft vor, wie „die Arche“.

Wir hoffen viele andere Naturfotografen folgen diesem Beispiel und richten nicht nur ihr eigenes Freilandstudio vor der Haustür ein, sondern bieten damit damit auch gleichzeitig vielen, seltenen Arten Unterschlupf. In einer Zeit wo die Optik in den Gärten scheinbar Vorrang vor der heimischen Natur hat, ist dies ein lobendes Beispiel was man als Einzelner für die heimische Flora und Fauna tun kann.

Nachfolgend einige Beispielbilder die alle in diesem kleinen Paradies entstanden sind.

Das Fazit der Storie:
JEDER kann was tun um unserer Natur zu helfen. Kein eigenen Garten, aber ein Balkon? Auch kein Problem, selbst auf dem kleinsten Balkon haben Nektarpflanzen Platz und locken Bienen und andere nützliche Insekten an.
Wer einen eigenen Garten hat, sollte sein Konzept mal überdenken, ein Naturgarten macht viel weniger Arbeit als z.B. der perfekte Rasen. Denn eine Blumenwiese wird maximal 2x im Jahr gemäht!
Und für ein Insektenhotel ist doch sicherlich in jedem Garten Platz, oder?

Benutzte Ausrüstung:
Canon DSLR (APS-C Sensor),
Tamron 150-600 mm
Sigma 150 mm Makro
Sigma 1,8/18-35 mm
Canon 2,8/70-200 mm L IS

Fotograf & Copyright: Jörn Gebhardt
www.joerngebhardt.de
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